Inhalt
  1. Vom Engpass ausgehen
  2. Ein guter Pilot hat beherrschbare Varianten
  3. Die Umgebung gehört zum Projekt
  4. Mit einer echten Abnahme abschließen
  5. Quellen

Viele kleine Betriebe haben keine durchgehend automatisierte Fertigung. Trotzdem wiederholen sich einzelne Tätigkeiten jeden Tag: Teile einlegen, Kartons stapeln oder fertige Werkstücke zur Prüfung bringen. Für den Einstieg ist eine solche überschaubare Aufgabe häufig interessanter als der Versuch, eine ganze Produktion auf einmal umzubauen.

Vom Engpass ausgehen

Frage zuerst, wo Arbeit liegen bleibt und warum. Fehlt Personal für eine monotone Tätigkeit? Muss ein Mitarbeiter regelmäßig schwere Teile bewegen? Wartet eine teure Maschine auf die nächste Beladung? Diese Probleme führen zu unterschiedlichen Lösungen. Manchmal hilft bereits eine bessere Vorrichtung oder ein geänderter Materialfluss.

Als Beispiel für eine etablierte Anwendung beschreibt Universal Robots die Maschinenbeschickung. Das ist eine Herstellerdarstellung und kein Nachweis, dass derselbe wirtschaftliche Effekt im eigenen Betrieb eintritt. Sie zeigt aber, wie konkret ein Robotikprojekt zugeschnitten werden kann: definierte Teile, definierte Übergabepunkte und eine vorhandene Maschine.

Ein guter Pilot hat beherrschbare Varianten

Erfasse Teilegrößen, Oberflächen und Losgrößen. Ein sauber ausgerichtetes Teil aus einer festen Aufnahme ist eine andere Aufgabe als ein ungeordneter Behälter mit wechselnden Werkstücken. Auch ein an sich einfacher Griff wird aufwendig, wenn jedes zehnte Teil anders liegt oder sich verhakt.

Auswahlkriterium Günstige Ausgangslage
Wiederholung Regelmäßiger Bedarf über längere Zeit
Varianten Überschaubare Teilefamilie
Übergabe Definierte Ein- und Ausgabepositionen
Verantwortung Benanntes Team für Betrieb und Störungen

Die Umgebung gehört zum Projekt

Ein Roboterarm allein stellt noch keinen funktionierenden Arbeitsplatz dar. Greifer, Vorrichtungen, Materialpuffer, Schnittstellen und Schutzmaßnahmen beeinflussen den Gesamtaufwand. Bei einer kollaborativen Anwendung muss die konkrete Gesamtsituation bewertet werden; dazu liefert das IFA der DGUV Grundlagen zu Cobots.

Plane außerdem die Bedienung bei Schichtwechsel und nach einem Fehler. Wer darf neu starten? Wie wird ein falsch liegendes Teil entfernt? Wer pflegt Programme für eine neue Variante? Ein Pilot ist erst dann betrieblich nützlich, wenn diese Aufgaben nicht dauerhaft am Integrator hängen bleiben.

Mit einer echten Abnahme abschließen

Vereinbare vor Beginn, welche Teile und Betriebszustände geprüft werden. Miss erreichbare Ausbringung, Ausschuss und Betreuungszeit über einen repräsentativen Zeitraum. Eine kurze Vorführung mit ideal vorbereiteten Teilen reicht nicht.

Beziehe die späteren Bediener früh ein. Sie kennen häufig die kleinen Abweichungen, die in einer Prozessbeschreibung fehlen: ein gelegentlich klemmender Behälter, eine andere Verpackung oder eine Nacharbeit am Schichtende. Solche Beobachtungen helfen bei der Auswahl eines geeigneten Piloten. Sie sollten als konkrete Betriebsfälle in die Planung eingehen. Daraus entsteht zugleich eine sinnvollere Schulung, weil sie die wirklichen Aufgaben nach der Einführung beschreibt statt nur die Programmieroberfläche zu zeigen.

Unsere Einordnung: Ein begrenzter erster Anwendungsfall schafft Erfahrung und belastbare Zahlen. Danach lässt sich fundierter entscheiden, ob die nächste Zelle sinnvoll ist. Die finanziellen Fragen vertiefen wir in Robotik-ROI und Gesamtbetriebskosten.

Quellen & weiterführende Informationen