Inhalt
  1. Leistung und Energie auseinanderhalten
  2. Druckluft nicht übersehen
  3. Eine vergleichbare Basis schaffen
  4. Verbessern und nachprüfen
  5. Quellen

Eine Anlage verbraucht in dieser Woche weniger Strom als in der vorigen. Das kann ein Erfolg sein. Es kann aber auch bedeuten, dass weniger produziert wurde. Für eine technische Bewertung muss die Energiemessung mit dem tatsächlichen Betrieb verbunden werden.

Leistung und Energie auseinanderhalten

Leistung beschreibt die momentane Aufnahme, Energie die über eine Zeit aufgenommene Menge. Eine kurze Leistungsspitze kann für die Auslegung interessant sein, während ein kleiner dauerhafter Verbrauch über viele Stunden ins Gewicht fällt. Beide Perspektiven beantworten unterschiedliche Fragen.

Ordne Messdaten deshalb Betriebszuständen zu: Produktion, Bereitschaft, Rüsten oder Stillstand. Ergänze die Zahl der Gutteile und relevante Produktvarianten. Erst dann wird erkennbar, ob eine Änderung den Prozess effizienter macht oder lediglich seine Auslastung verändert.

Druckluft nicht übersehen

Elektrische Antriebe sind sichtbar, Druckluftverluste bleiben oft unscheinbar. Festo beschreibt bei seinem Pneumatik-Check die Untersuchung von Komponenten und Leckagen sowie die Bewertung möglicher Maßnahmen. Das ist ein Dienstleistungsangebot des Herstellers, zeigt aber einen wichtigen Ansatz: Verbrauch an der Anwendung untersuchen und nicht nur den Kompressor betrachten.

Messung Hilfreicher Kontext
Elektrische Energie Betriebszustand und Gutteile
Druckluftmenge Arbeitszyklus und Druckniveau
Stillstandsverbrauch Erforderliche Bereitschaftsfunktionen

Eine vergleichbare Basis schaffen

Wähle vor einer Optimierung einen repräsentativen Zeitraum. Werden nachher andere Produkte oder kleinere Lose gefertigt, muss der Vergleich das berücksichtigen. Ein Wert pro Gutteil kann sinnvoll sein, verschleiert aber möglicherweise Rüstaufwand oder veränderte Qualitätsanforderungen. Die Kennzahl sollte daher immer mit ihrem Geltungsbereich dokumentiert werden.

Prüfe außerdem die Messgrenze. Ein effizienterer Einzelantrieb kann an anderer Stelle zusätzliche Kühlung oder Druckluft benötigen. Für die wirtschaftliche Bewertung zählt die relevante Gesamtanlage. Bei Druckluft ist der am Verbraucher gemessene Volumenstrom zudem nicht direkt dieselbe Größe wie die elektrische Energie des Kompressors.

Verbessern und nachprüfen

Naheliegende Kandidaten sind unnötiger Bereitschaftsbetrieb, Leckagen oder schlecht abgestimmte Bewegungsabläufe. Jede Änderung sollte die Prozessqualität erhalten. Ein reduzierter Druck, bei dem Bauteile nicht mehr sicher gehalten werden, ist keine gelungene Optimierung.

Hilfreich ist eine kleine Änderungsakte: Ausgangszustand, umgesetzte Maßnahme, Messzeitraum und beobachtete Wirkung. Wenn mehrere Einstellungen gleichzeitig geändert werden, bleibt der Beitrag einzelner Maßnahmen schwer erkennbar. Ein schrittweises Vorgehen erleichtert die Zuordnung. Ergänze außerdem Qualitäts- und Ausbringungsdaten. Eine Anlage kann pro Stunde weniger verbrauchen und pro Gutteil trotzdem schlechter abschneiden, wenn sie langsamer arbeitet oder mehr Ausschuss produziert. Der geeignete Vergleich muss genau diese Verschiebung sichtbar machen.

Unsere Einordnung: Energieeffizienz wird besonders greifbar, wenn Automatisierungs- und Energiedaten dieselbe Zeitbasis und klare Zustände haben. Beginne mit einer abgegrenzten Maschine und einer überprüfbaren Maßnahme. Wie strukturierte Maschinendaten übertragen werden, erläutert unser Beitrag zu OPC UA.

Quellen & weiterführende Informationen